Eurotunnel - Teil 1
Mit dem Eurotunnel nach England, oder doch lieber mit der Fähre. Die Antwort fällt nicht immer leicht.Ich habe den Eurotunnel bereits über 100 Mal benutzt, mit Auto und Motorrad, dies hat sich im Freundes- und Kollegenkreis herumgesprochen. Die ersten Fragen sind immer die gleichen: fühlt man sich unterirdisch eingeschlossen ? Kriegt man dort unter dem Meer Platzangst ? Das kann ich natürlich für jeden einzelnen nicht beantworten, es gibt ja Menschen die haben schon Angst in einer Telefonzelle, aber panische Angstanfälle habe ich von noch keinem Mitreisenden bisher erlebt, und ich habe sicherlich so um die 3000 Menschen beobachten können.
Warum 3000 ? In jedem Abteil stehen mindestens 5 Autos, 3 Abteile läuft man im Schnitt ab um sich die Füße zu vertreten oder aufs Klo zu gehen, in jedem Auto sitzen mindestens 2 Personen, macht 3000. Keine einzige Angstattacke habe ich erlebt. Meist schlafen die Mitreisenden, denn sie haben meist schon eine längere Anfahrt hinter sich oder mindestens weitere 5 Stunden Fahrt vor sich. Nur die Kindern lärmen und laufen spielend herum, zum Entsetzen der Erwachsenen, die über sehr laute Durchsagen auf alle möglichen Gefahren hingewiesen wurden... NIE ZWISCHEN DEN AUTOS LAUFEN, FENSTER AUFLASSEN ... und so weiter. Hier hat sicherlich ein Jurist die Textvorlagen geliefert, damit auch ja kein Ersatzanspruch besteht. Also lieber im Wagen sitzen bleiben.
Die Zugfahrt durch den Tunnel selbst dauert genau 35 Minuten, wie die Werbung verspricht, aber man muss schon gut 1 – 1.5 Stunden insgesamt rechen, wenn alles optimal verläuft. Denn erst muss man (a) seinen Passierschein lösen, man erhält ein großer Buchstabe den man an den Rückspiegel hängt und der einem „seinen“ Zug nennt. Dann parkt man (b) am Terminal, und wartet bis „sein“ Buchstabe zur Abfertigung aufgerufen wird. Dann fährt man (c) zur Passkontrolle beider Länder, wobei hier wahllos Autos herausgewunken werden zur (d) Durchsuchung. Die Kriterien hierfür habe ich nie verstanden, es erwischt mich aber jedes 3-4 Mal. Rasiert oder nicht spielt keine Rolle, soviel habe ich mitgekriegt. Diese Durchsuchung ist aber kein Beinbruch und sollte nicht persönlich genommen werden, denn die Beamten sind alle sehr höflich solange sie keinen Sprengstoff, Waffen oder Drogen finden. Danach folgt man (e) den Signalen hin zu seiner Wartespur, und wie die Spur besagt, wartet. Ich schätze so um die 4 Wartespuren passen in einen Zug. Dann gehen die Schranken hoch und es geht (f) ab in den Zug.
Ein Zwischenwort an alle Raucher: es gibt seit Jahren keine Beschränkungen über die Anzahl der mitgenommenen Zigaretten mehr, denn wir reisen innerhalb der EU. Alles was für den persönlichen Konsum gedacht ist, und legal ist, darf eingeführt werden, und da eine Packung Lucky Strike in Belgien 4 Euro und in England umgerechnet so 7.5 Euro kostet, deckt euch ein ! Noch was: es ist dann doch gerichtlich festgestellt worden, dass die Einfuhr von mehr als 18 Stangen NICHT für den persönlichen Konsum bestimmt sein kann. Also bitte: nicht mehr als 3600 Zigaretten pro Person mitbringen, dies sollte für den Urlaub ja wohl auch reichen.
Den meisten Kandidaten für eine Eurotunnelfahrt nehme ich eine verbleibende Restangst, indem ich ihnen den genauen Ablauf der Zugfahrt erkläre, denn der ist immer gleich. Also: der Zug ist eine Art Röhre, an einem Ende fährt man mit dem Auto rein, am anderen Ende wieder raus. Vor und in der Röhre winken einem Eurotunnelmitarbeiter – ich nenne sie mal Schaffner - ein, sehr nah sogar an den vor einem Parkenden, einfach stoppen wenn die STOP sagen oder zeigen. Dann nuscheln diese Schaffner meistens in englisch or francais : Motor aus, Handbremse anziehen, 1ster Gang oder Park einlegen. Dann schließen diese Schaffner dicke Zwischentüren, so dass aus der langen Röhre 10-12 kleinere Abteile mit je 5-6 Autos entstehen. Das war’s auch schon, die Abteile sind hell erleuchtet, und alle 3 Abteile gibt es ein Klo, was nicht sauberer oder dreckiger ist als jedes gemeine Zugklo. Jetzt heißt es warten, im eigenen Auto oder daneben, bis der Zug auf der anderen Seite des Eurotunnels angekommen ist. Dann piept es auch bald, dies ist kein Alarm, aber die Zwischentüren gehen bald auf, und wenn der Vordermann losfährt, fährt man einfach hinterher, raus aus der Röhre, auf die Autobahn nach London oder Calais.
im Teil 2: Preisvergleich und Buchung (Mar/05)

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