Wie Flugzeuge riechen
Ich konnte es nicht verhindern, morgens um 6:45 bestieg ich nach über 2 Jahren Abstinenz wieder ein Flugzeug, die LH4765 von London nach München.
Sofort nach Betreten der Kabine begruesste er mich, der Geruch eines Flugzeuges. Eine Welle der Erinnerungen brach über mich ein. Ich habe keinerlei Angst zu fliegen, im Gegenteil, ich glaube es ist ein sicheres Transportmittel und ich genieße die majestätische Kraftentfaltung der Technik bei Starts und Landungen. Aber alles dazwischen ist im Laufe der Jahre zur Qual geworden, ich bin einfach zu oft geflogen. Ueber mehrere Jahre mindestens einmal im Monat zwischen Europa und Asien, wöchentlich mehrmals kurze Sprünge wie jetzt von London nach München. Die diversen Bonusprogramme wurden bis zur Grenze ausgeschoepft, plötzlich durfte man First-Class fliegen, ohne je dafür bezahlen zu müssen. Wie das am besten geht, ist seinen eigenen Bericht wert, später vielleicht.
Der Geruch des Flugzeuges erinnerte mich an die ertragenen Qualen, an die immergleiche Routine, an die Enge des Sitzes, egal wie breit und bequem er auch sein mag oder nur erscheint, egal ob mit Leder oder Stoff bezogen, nach 8 Stunden sitzen, essen, lesen und schlafen wird jeder Sessel zu deinem persönlichen Intimfeind den du nie mehr wiedersehen möchtest. Doch spätestens auf dem Rückflug ist er wieder da, zuerst einladend kühl, am Ende feucht verschwitzt, ausgelaugt wie sein Passagier.
Der Geruch eines Flugzeuges ist weltweit gleich, er variiert nur wenig zwischen den Airlines, Flugzeugtypen oder geflogenen Klassen und besteht aus 3 Kernkomponenten.
Die Grundton ist technischer Natur, ein bisschen Kerosin gepaart mit der dem Geruch mechanisch und elektrostatisch gereinigter und künstlich befeuchteter Luft. Subtil anwesend, nie richtig aufdringlich, es sei denn die Kabinentüren sind offen und der Nachbarflieger wird gerade betankt, dann kann das Kerosin schon mal aufdringlich sein.
Die 2te Komponente nenne ich gerne den Douglas-Faktor. Es ist eine Mischung aus Chanel und Dior, gepaart mit Old Spice und einem Schuss 4711, also ein bisschen von allem, was in jedem Duty-Free Shop feilgeboten wird. Vorne im Flieger etwas mehr Chanel, hinten dann deftig rustikal lieblich. Alle 2 Stunden wird der Douglas-Faktor von den Mitreisenden unaufgefordert aufgefrischt, und da die Geruchsnerven durch die geringe Luftfeuchtigkeit im Flugzeug bei 10 km Höhe Schaden nimmt, werden auch noch kurz das kleinste Kopfkissen der Welt sowie Teile des Sitzes unauffaellig miteingenebelt. Der Douglasfaktor verhindert erfolgreich, dass Schweiß, Mund- oder Fußgeruch irgendeine Chance haben sich ernsthaft festzusetzen. Und sollte der Sitznachbar Douglas nicht kennen, hilft man ihm gerne aus, dies dann auch gerne unauffaellig.
Zu diesem suesslichen und nicht unbedingt unangenehmen Teil der Gesamtduftnote kommt jedoch der säuerliche Bestandteil eines jeden Flugzeuggeruches hinzu: Kotze. Ob schwacher Fliegermagen oder zuviel Alkohol, es wird wie eh und je im Flugzeug gekotzt, übrigens nicht ganz unabhaengig von sozialem Rang oder Sitz. Leider wird meist versucht dies unauffaellig zu verrichten, was dazu führt das Man oder Frau die Tütenöffnung nicht richtig trifft oder erst gar nicht findet, oder der Scherzbold vom letzten Flug hat unter lautem Beifall seines Trinkkumpanen aus Reihe 46D ein Loch in den Boden die Tüte gerissen. Egal wie man es dreht und wendet, Kotze landet meist da wo sie nicht hin soll. Sie liebt es dann im Raufaserteppich zu versickern, von wo aus sie für mehrere Wochen ihren säuerlichen Beitrag zur Gesamtduftnote des Fliegers in einem konstanten Kampf um Dominanz mit dem Douglas-Faktor beiträgt.
In diesen Kampf mischen sich dann noch die 5-12 Porta Potti’s des Fliegers mit ein, die ja eigentlich lächerlich einfache Plumpsklos sind, die wie auf jeder Kirmes nur einmal am Abend entleert und gereinigt werden.
Das Gute am Flugzeuggeruch ist, dass man ihn 30 Minuten nach Abflug nicht mehr richtig wahrnimmt, nach 2 Stunden ist er voll verdrängt. Er meldet sich kurz wieder im Hotel, oder zuhause, wenn man seine Kleidung zur Reinigung gibt. Dann ist er erst Mal ganz weg. Während des Fluges hat er sich aber tief in unser Gedaechniss eingefressen, denn auch nach über 2 Jahren erkennt man seinen früheren Begleiter sofort wieder. Er erzählt einem dann sofort und ohne Aufforderung von der Langeweile des Fluges, von der Monotonie der Triebwerkgeräusche, von der immer gleichen Routine. Er erinnert uns an die Qualen des Jetlags, an die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Airlinesitze und dass nur Erfahrung einem lehrt keinen Fensterplatz zu buchen. Aber auch diese Erinnerungen sind jeder für sich andere Berichte.
Der Geruch des Flugzeuges erinnerte mich an die ertragenen Qualen, an die immergleiche Routine, an die Enge des Sitzes, egal wie breit und bequem er auch sein mag oder nur erscheint, egal ob mit Leder oder Stoff bezogen, nach 8 Stunden sitzen, essen, lesen und schlafen wird jeder Sessel zu deinem persönlichen Intimfeind den du nie mehr wiedersehen möchtest. Doch spätestens auf dem Rückflug ist er wieder da, zuerst einladend kühl, am Ende feucht verschwitzt, ausgelaugt wie sein Passagier.
Der Geruch eines Flugzeuges ist weltweit gleich, er variiert nur wenig zwischen den Airlines, Flugzeugtypen oder geflogenen Klassen und besteht aus 3 Kernkomponenten.
Die Grundton ist technischer Natur, ein bisschen Kerosin gepaart mit der dem Geruch mechanisch und elektrostatisch gereinigter und künstlich befeuchteter Luft. Subtil anwesend, nie richtig aufdringlich, es sei denn die Kabinentüren sind offen und der Nachbarflieger wird gerade betankt, dann kann das Kerosin schon mal aufdringlich sein.
Die 2te Komponente nenne ich gerne den Douglas-Faktor. Es ist eine Mischung aus Chanel und Dior, gepaart mit Old Spice und einem Schuss 4711, also ein bisschen von allem, was in jedem Duty-Free Shop feilgeboten wird. Vorne im Flieger etwas mehr Chanel, hinten dann deftig rustikal lieblich. Alle 2 Stunden wird der Douglas-Faktor von den Mitreisenden unaufgefordert aufgefrischt, und da die Geruchsnerven durch die geringe Luftfeuchtigkeit im Flugzeug bei 10 km Höhe Schaden nimmt, werden auch noch kurz das kleinste Kopfkissen der Welt sowie Teile des Sitzes unauffaellig miteingenebelt. Der Douglasfaktor verhindert erfolgreich, dass Schweiß, Mund- oder Fußgeruch irgendeine Chance haben sich ernsthaft festzusetzen. Und sollte der Sitznachbar Douglas nicht kennen, hilft man ihm gerne aus, dies dann auch gerne unauffaellig.
Zu diesem suesslichen und nicht unbedingt unangenehmen Teil der Gesamtduftnote kommt jedoch der säuerliche Bestandteil eines jeden Flugzeuggeruches hinzu: Kotze. Ob schwacher Fliegermagen oder zuviel Alkohol, es wird wie eh und je im Flugzeug gekotzt, übrigens nicht ganz unabhaengig von sozialem Rang oder Sitz. Leider wird meist versucht dies unauffaellig zu verrichten, was dazu führt das Man oder Frau die Tütenöffnung nicht richtig trifft oder erst gar nicht findet, oder der Scherzbold vom letzten Flug hat unter lautem Beifall seines Trinkkumpanen aus Reihe 46D ein Loch in den Boden die Tüte gerissen. Egal wie man es dreht und wendet, Kotze landet meist da wo sie nicht hin soll. Sie liebt es dann im Raufaserteppich zu versickern, von wo aus sie für mehrere Wochen ihren säuerlichen Beitrag zur Gesamtduftnote des Fliegers in einem konstanten Kampf um Dominanz mit dem Douglas-Faktor beiträgt.
In diesen Kampf mischen sich dann noch die 5-12 Porta Potti’s des Fliegers mit ein, die ja eigentlich lächerlich einfache Plumpsklos sind, die wie auf jeder Kirmes nur einmal am Abend entleert und gereinigt werden.
Das Gute am Flugzeuggeruch ist, dass man ihn 30 Minuten nach Abflug nicht mehr richtig wahrnimmt, nach 2 Stunden ist er voll verdrängt. Er meldet sich kurz wieder im Hotel, oder zuhause, wenn man seine Kleidung zur Reinigung gibt. Dann ist er erst Mal ganz weg. Während des Fluges hat er sich aber tief in unser Gedaechniss eingefressen, denn auch nach über 2 Jahren erkennt man seinen früheren Begleiter sofort wieder. Er erzählt einem dann sofort und ohne Aufforderung von der Langeweile des Fluges, von der Monotonie der Triebwerkgeräusche, von der immer gleichen Routine. Er erinnert uns an die Qualen des Jetlags, an die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Airlinesitze und dass nur Erfahrung einem lehrt keinen Fensterplatz zu buchen. Aber auch diese Erinnerungen sind jeder für sich andere Berichte.

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