Nackter Energieverbrauch
Wissen sie, wie weit sie mit ihrem Haus fahren können?Die meisten von uns kennen den Knopf am Auto, der einem wie ein mathematisches Genie umgehend verrät, wie viel Benzin pro 100 km man gerade verbraucht, individuell berechnet über einen bestimmten Zeitraum oder Strecke. Wir wissen auch, dass wenn ich mit 130 km/h fahre, ich 7 Liter verbrenne, und wenn ich mit 210 dahinbrettere, es locker 12 Liter sein können.
Aber wer von uns kennt den momentanen Verbrauch unseres Hauses oder Wohnung, mit viel oder wenig Licht, 18 oder 22 Grad Zimmertemperatur und allen Elektrogeraeten auf Standby. Ich wette: keiner bis sehr wenige. Wir wissen wie viel wir bezahlen, für Gas oder Strom, immer mehr, manche wissen auch, dass sie im November 5000 Liter Heizöl bunkern müssen um über den Winter zu kommen, aber alles andere ist Halbwissen. Wir kaufen Gefriertruhen mit A, B, C oder D Energiekategorisierungen, in der Hoffnung zu sparen und umweltfreundlich zu leben. Aber dafür wie viel wir wirklich verbrauchen haben wir kein konkretes Gefühl oder Wahrnehmung, denn wir wissen nicht, was viel oder wenig Energie ist.

Ein Hauptgrund sind die unterschiedlichen Mengen und Energieinhalte, 1 kw Strom, 3 Kubikmeter Gas, 5000 Liter Heizöl, wir können uns nur wenig darunter vorstellen. 7 Liter Benzin auf 100 km, das verstehen wir, das können wir mit Kollegen und Nachbarn neidisch und neckisch vergleichen, aber beim (Haus)Energiekonsum hört unsere vergleichende Wahrnehmung auf, wir ziehen uns auf eine monetäre Groesse zurück, dem Euro, dem was wir zahlen. Dies ist jedoch recht ungeeignet um zu bestimmen, ob ich viel oder wenig verbrauche, und da die Zahlungen gestreckt, nivelliert und in groesseren Abständen nur zu zahlen sind, geben sie keinerlei Rückmeldung über den momentanen Verbrauch, wie es der Knopf im Auto tut: du verbrauchst gerade jetzt 9 Liter auf 100 km.
Viele von uns haben eine digitale Temperaturanzeige in der Küche, aussen –4 Grad, innen 19 Grad, mit funkgesteuerter Uhr. Ein weiter Knopfdruck sagt uns auch noch: aussen war’s mal mindestens –8, maximal +3, und vieles mehr oder weniger interessante.
Ich wünsche mir zu Weihnachten eine aktuelle Energieverbrauchsanzeige für die Küche, die mir sagt, wieviel Energie ich gerade jetzt verbrauche, im Schnitt über die letzten 24 Stunden, in den letzten 3 Monaten. Wie die digitale Temperaturanzeige, alles auf einen Blick, und mit sofortigem Verstaendniss der aktuellen Situation.
Achtung: einen Techniker oder Politiker darf man dies nicht konzipieren lassen, den der würde sich etwas wie PS, Kilowatt, Kalorien oder Joule oder eine andere unverstaendliche DIN-Norm einfallen lassen.
Ich hätte es gerne in Liter Benzin, denn das verstehen die meisten Mitmenschen, jeder hat mal getankt. Ob Normal, Super oder Diesel, eigentlich egal, auch wenn jeder Liter unterschiedliche Energieinhalte hat, mir müssen uns nur auf eines einigen, umstellen kann man ja mit einem einfachen Knopf, wie bei der Temperatur zwischen Celsius und Fahrenheit, ich würde “Super Bleifrei“ wählen.
Man kann leicht die Energieinhalte von 1kw Strom, 1 Liter Heizöl und 1 Kubikmeter Gas in 1 Liter “Super Bleifrei” umrechnen. Dies muss nun noch gekoppelt werden mit genauen Verbrauchmessungen der 3 Quellen (Strom, Gas und Öl), gefolgt von einer einfachen Adam Rieschen Addition, und mein Küchen-Display sagt mir: dein Haus “fährt” im Moment mit 34.4 Liter pro Stunde. Eine klare, verständliche und transparente Verbrauchsanzeige: nackte Energie !
Wäre es nicht toll, wenn ich dann im Haus umhergehe, einige unnoetige Lampen und Geräte ausschalte, um dann nach meiner Rückkehr in die Küche zu sehen: du fährst jetzt mit 32.6 Liter pro Stunde. Das wäre wie beim Autofahren: Gas weg und Verbrauch geht runter. Und nachts, beim verbotenen Gang an den Kühlschrank, sehe ich 17.5 Liter pro Stunde aufleuchten, weil nachts die Raumtemperatur herabgesetzt ist.
Ich bin überzeugt wir würden mehr Energie sinnvoll sparen, denn unser Hirn würde plötzlich unsere Aktionen verstehen, wir könnten uns sehr leicht die Auswirkungen unseres Handelns vorstellen. Was 1.8 Liter Super Bleifrei pro Stunde sind ist vorstellbar, wir kennen es aus dem täglichen Leben, 1kw Strom hat noch niemand gesehen.
Vielleicht ist der eine oder andere OPINIO Leser einem solchen Gerät bereits begegnet, oder jemand sucht eine ICH AG Idee, ich wäre gerne der erster Test-Kunde. Teuer muss das Gerät nicht sein, 2-3 Verbrauchsmesser für Strom, Gas und Heizöl, verbunden via Funk mit einer rechnenden Zentraleinheit und Display, sowas ähnliches gibt es als Wetterstation mit Temperatur, Windmesser und Niederschlag bei der Metro für 130 Euro.
Etwas kosten würde noch die fachmännische Installation, denn bitte spielt nicht mit eurer Gasleitung.

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