Reiche wollen mehr Steuern zahlen ?
Im internationalen Vergleich wird in Deutschland Vermögen am niedrigsten besteuert. Na und !In einem offenen Brief rufen 21 Unterzeichner zu einer höheren Versteuerung des Vermögens auf. Zu den Unterzeichnern des offenen Briefes gehören unter anderen Literaturnobelpreisträger Günter Grass, die Autoren Erich Loest und Peter Rühmkorf, Wirtschaftsexperten wie Thilo Bode und Rudolf Hickel sowie die Millionenerben Frank Hansen, Percy Rohde und Susann Haltermann.
Das klingt ja alles sehr sozial, ist aber der absolute Schwachsinn, und meiner Meinung nach am Ende sehr unsozial. Wir wissen doch heute alle, das der Staat und seine Organe die Letzten sind die es schaffen, ein Unternehmen erfolgreich zu führen. Doch zu genau dem führt eine hohe Vermögensbesteuerung, denn dieses erwirtschaftete Vermögen, auch Produktionsvermögen, wird schrittweise an den Staat übergeben.
Ich fürchte diese neureichen Linken wissen nicht einmal wovon sie reden. Schriftsteller und Erben sind nun nicht gerade Unternehmer, die in großem Umfang etwas von wirtschaftlicher Verantwortung, von der Schaffung von Arbeitsplätzen oder volkswirtschaftlichem Wachstum verstehen. Um ihr schlechtes linke Gewissen inmitten all der Knete zu beruhigen ist ja rührend es verteilen zu wollen, es aber dem Staat zu schenken ist nun wirklich ineffizient und dumm. Denn Umverteilt wird nur ein kleiner Teil, der Rest geht hier in Bürokratie verloren.
In dem Spiegel Online Beitrag wurden auch verzerrende Zahlen genannt. Es mag sein, dass „im internationalen Vergleich in Deutschland Vermögen am niedrigsten besteuert wird. Fasse man Grund-, Erbschaft-, Schenkung- und Vermögensteuer zusammen, sei Großbritannien mit einem Anteil von 4,3 Prozent am Bruttosozialprodukt Spitzenreiter der Belastung von Vermögen, wird in dem Brief eine aus dem Jahr 2004 stammende OECD-Studie zitiert. Es folgten Frankreich mit 3,3, die USA mit 3,2 und Japan mit 2,8 Prozent. Schlusslicht sei Deutschland mit nur 0,8 Prozent”. Dies ist aber nur die Vermögensseite, also wenn ich Geld habe. Viel bedeutender sind in Deutschland aber die Belastungen beim Vermögensaufbau, also beim Verdienst, mit Spitzensteuersaetzen weit über obigem internationalem Vergleich.
In einfachen Worten: gerne Zahle ich ein paar % mehr auf mein angesammeltes Guthaben, wenn ich nicht schon zu Beginn über 10% auf Alles (!) weniger erhalte. In Deutschland wird gleich am Anfang wegbesteuert, in anderen Ländern erst später und erst dann, sollte etwas übrig geblieben sein. Hier nun zu fordern, vorne hohe Steuern und auch hinten hohe Steuern, ist der Grund, warum ich mir erlaubte, dass Wort „dumm“ zu benutzen. Die Mischung macht’s, und diese ist international „gesünder“ für das Wachstum und Arbeitsplätze.
Das Thema Vermögensbesteuerung darf also erst dann angegangen werden, wenn das Thema Einkommensbesteuerung auf einen Bierdeckel passt.
Sollten diese „neureichen Linken“ Hilfe in sozialem Umgang mit ihrem erworbenem Vermögen benötigen, sollten sie das Handeln von Bill Gates analysieren. Ohne offene Briefe zu schreiben, ohne den Versuch Dank, Anerkennung und Ansehen zu erhaschen, spendet er einen Grossteil seine Vermögens, und legt es in sozialen Hilfsprojekten an. Er erkauft sich kein ruhiges Gewissen indem er höhere Steuern fordert, sondern kümmert sich selbst um eine sinnvolle Nutzung seines verdienten Vermögens.
Bill Gates ist hier nur ein Beispiel von vielen, und ich habe schon in einem früheren Beitrag “Zu wenig deutsche Spenden?” (Januar 05) auf eine mangelnde Spendenkultur in Deutschland hingewiesen. Aber dies ist was in dem offenen Brief hätte stehen sollen, ein Aufruf zu einer intelligenten Spendenbereitschaft, und nicht nur dann, wenn Günther Jauch dazu im Fernsehen aufruft, unterstuetzt durch schreckliche Katastrophenbilder.

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