Wenn Hunde reisen
Haben sie jemals daran gedacht ihren Hund mit nach England zu nehmen?Simba ist unser Labrador Retriever, ein sehr gutmütiger Hund. In England auf der Kanalinsel Hayling Island vor 7 Jahren geboren, ist Simba seit seinem 3 Lebensmonat festes Mitglied unserer Familie. Er ist schon viel gereist und lebte für 3 Jahre sogar in Japan.
Ihn aus England nach Japan zu bringen war das Einfachste der Welt, aber ihn 3 Jahre später wieder in sein Heimatland zu kriegen bedurfte guter Planung und viel Geduld. Man sollte die Bürokratie lieben wie seinen Hund. Ich schildere ihnen dies, nicht weil ich etwa davon ausgehe, die meisten Leser von OPINIO lebten in Japan und hätten einen Hund mit nach England zu nehmen, sondern weil die Prozedur die Gleiche ist aus Tokio wie aus Düsseldorf. Sie ist in den letzten Jahren für den Hund angenehmer gemacht worden, aber noch lange nicht richtig vereinfacht.

Grundprinzip der Einreiseregelung nach England ist eine strenge 6 monatige Quarantäne. Sie dient zur Erkennung der Tollwut, oder besser gesagt, der Erkennung von keiner Tollwut beim Tier. Während der Quarantäne wird beobachtet, ob Anzeichen von Tollwut nach einer anfaenglichen Schutzimpfung auftreten. Treten innerhalb der 6 Monate keine Anzeichen auf und der Hund überlebt, greift die Schutzimpfung und man kann davon ausgehen, dass das Tier gesund ist. Erst jetzt darf es frei in England herumlaufen.
Die Quarantäne musste früher in einem Zwinger in England durchgeführt werden, von der grauenvolle Geschichten berichtet wurden, die sicherlich alle nur zur Hälfte wahr sind. Von aus Heimweh sterbenden Hunden wird berichtet, und von Tieren die ihre Herrchen nicht wieder erkannten und bissig geworden sind. Freiwillig sollte man seinem Hund diese Prozedur nicht zumuten.
Wohl Dank des Fifi eines skandinavischen Diplomaten, der vor Jahren seinem Unmut freien Lauf lies, Fifi im Diplomatenkoffer einschleuste und mächtig politischen Druck machte, gibt es heutzutage den englischen Hundepass. Er ist hauptsächlich für englische Hunde gedacht, die mal in den kurzen Urlaub nach Frankreich oder Deutschland mitgenommen werden sollen. Ein Hund, oder besser sein Herrchen oder Frauchen, kann den Pass aber auch im Ausland lebend beantragen und erhalten. Mit einem solchen Pass kam Simba nach England zurück.
Kern des Hundepasses ist auch eine 6 monatige Quarantäne, aber die Zeit kann zuhause im Ausland „abgesessen“ werden. Zuerst muss von einem zugelassenen Arzt eine Schutzimpfung durchgeführt werden, anschließend muss eine Blutprobe nach England zur Kontrolle geschickt werden, und wenn der Hund nach 6 Monaten noch lebt, kann er keine Tollwut haben und darf, wenn er mit einer eindeutigen Identifizierung mittels Mikrochip versehen ist, endlich einreisen. So einfach geht das. Durch diese Prozedur muss man zum Glück nur einmal, denn danach behält der Hundepass, bei nachgewiesenen Auffrischungsimpfungen, seine Gültigkeit.
Wenn sie also planen mit ihrem Hund nach England zu reisen, fangen sie früh an die Pässe zu suchen und informieren sie sich genau.
