Nackter Energieverbrauch
Wissen sie, wie weit sie mit ihrem Haus fahren können?Die meisten von uns kennen den Knopf am Auto, der einem wie ein mathematisches Genie umgehend verrät, wie viel Benzin pro 100 km man gerade verbraucht, individuell berechnet über einen bestimmten Zeitraum oder Strecke. Wir wissen auch, dass wenn ich mit 130 km/h fahre, ich 7 Liter verbrenne, und wenn ich mit 210 dahinbrettere, es locker 12 Liter sein können.
Aber wer von uns kennt den momentanen Verbrauch unseres Hauses oder Wohnung, mit viel oder wenig Licht, 18 oder 22 Grad Zimmertemperatur und allen Elektrogeraeten auf Standby. Ich wette: keiner bis sehr wenige. Wir wissen wie viel wir bezahlen, für Gas oder Strom, immer mehr, manche wissen auch, dass sie im November 5000 Liter Heizöl bunkern müssen um über den Winter zu kommen, aber alles andere ist Halbwissen. Wir kaufen Gefriertruhen mit A, B, C oder D Energiekategorisierungen, in der Hoffnung zu sparen und umweltfreundlich zu leben. Aber dafür wie viel wir wirklich verbrauchen haben wir kein konkretes Gefühl oder Wahrnehmung, denn wir wissen nicht, was viel oder wenig Energie ist.

Ein Hauptgrund sind die unterschiedlichen Mengen und Energieinhalte, 1 kw Strom, 3 Kubikmeter Gas, 5000 Liter Heizöl, wir können uns nur wenig darunter vorstellen. 7 Liter Benzin auf 100 km, das verstehen wir, das können wir mit Kollegen und Nachbarn neidisch und neckisch vergleichen, aber beim (Haus)Energiekonsum hört unsere vergleichende Wahrnehmung auf, wir ziehen uns auf eine monetäre Groesse zurück, dem Euro, dem was wir zahlen. Dies ist jedoch recht ungeeignet um zu bestimmen, ob ich viel oder wenig verbrauche, und da die Zahlungen gestreckt, nivelliert und in groesseren Abständen nur zu zahlen sind, geben sie keinerlei Rückmeldung über den momentanen Verbrauch, wie es der Knopf im Auto tut: du verbrauchst gerade jetzt 9 Liter auf 100 km.
Viele von uns haben eine digitale Temperaturanzeige in der Küche, aussen –4 Grad, innen 19 Grad, mit funkgesteuerter Uhr. Ein weiter Knopfdruck sagt uns auch noch: aussen war’s mal mindestens –8, maximal +3, und vieles mehr oder weniger interessante.
Ich wünsche mir zu Weihnachten eine aktuelle Energieverbrauchsanzeige für die Küche, die mir sagt, wieviel Energie ich gerade jetzt verbrauche, im Schnitt über die letzten 24 Stunden, in den letzten 3 Monaten. Wie die digitale Temperaturanzeige, alles auf einen Blick, und mit sofortigem Verstaendniss der aktuellen Situation.
Achtung: einen Techniker oder Politiker darf man dies nicht konzipieren lassen, den der würde sich etwas wie PS, Kilowatt, Kalorien oder Joule oder eine andere unverstaendliche DIN-Norm einfallen lassen.
Ich hätte es gerne in Liter Benzin, denn das verstehen die meisten Mitmenschen, jeder hat mal getankt. Ob Normal, Super oder Diesel, eigentlich egal, auch wenn jeder Liter unterschiedliche Energieinhalte hat, mir müssen uns nur auf eines einigen, umstellen kann man ja mit einem einfachen Knopf, wie bei der Temperatur zwischen Celsius und Fahrenheit, ich würde “Super Bleifrei“ wählen.
Man kann leicht die Energieinhalte von 1kw Strom, 1 Liter Heizöl und 1 Kubikmeter Gas in 1 Liter “Super Bleifrei” umrechnen. Dies muss nun noch gekoppelt werden mit genauen Verbrauchmessungen der 3 Quellen (Strom, Gas und Öl), gefolgt von einer einfachen Adam Rieschen Addition, und mein Küchen-Display sagt mir: dein Haus “fährt” im Moment mit 34.4 Liter pro Stunde. Eine klare, verständliche und transparente Verbrauchsanzeige: nackte Energie !
Wäre es nicht toll, wenn ich dann im Haus umhergehe, einige unnoetige Lampen und Geräte ausschalte, um dann nach meiner Rückkehr in die Küche zu sehen: du fährst jetzt mit 32.6 Liter pro Stunde. Das wäre wie beim Autofahren: Gas weg und Verbrauch geht runter. Und nachts, beim verbotenen Gang an den Kühlschrank, sehe ich 17.5 Liter pro Stunde aufleuchten, weil nachts die Raumtemperatur herabgesetzt ist.
Ich bin überzeugt wir würden mehr Energie sinnvoll sparen, denn unser Hirn würde plötzlich unsere Aktionen verstehen, wir könnten uns sehr leicht die Auswirkungen unseres Handelns vorstellen. Was 1.8 Liter Super Bleifrei pro Stunde sind ist vorstellbar, wir kennen es aus dem täglichen Leben, 1kw Strom hat noch niemand gesehen.
Vielleicht ist der eine oder andere OPINIO Leser einem solchen Gerät bereits begegnet, oder jemand sucht eine ICH AG Idee, ich wäre gerne der erster Test-Kunde. Teuer muss das Gerät nicht sein, 2-3 Verbrauchsmesser für Strom, Gas und Heizöl, verbunden via Funk mit einer rechnenden Zentraleinheit und Display, sowas ähnliches gibt es als Wetterstation mit Temperatur, Windmesser und Niederschlag bei der Metro für 130 Euro.
Etwas kosten würde noch die fachmännische Installation, denn bitte spielt nicht mit eurer Gasleitung.
Die Weihnachtskarte
Die kalte Jahreszeit ruft wieder zum Schreiben aufAlle Jahre wieder kommt die Weihnachtskartenschreibezeit. Jedes Jahr muss ich mich erneut und mehr konzentrieren, denn die Versuchungen moderner Technologien werden immer groesser.
Eine schöne und persönliche Weihnachtskarte ist heutzutage richtig teuer im Vergleich zu anderen modernen “Grusstechniken”. Früher war das Telefonieren der richtig Luxus, und im Sommer sagte man schon mal erwartungsfroh “wir sprechen uns dann Weihnachten wieder !”, denn der Anruf konnte leicht 20-30 DM kosten. Heute können wir uns mit Skye und anderen VOIP Techniken regelrechte Standleitungen aufbauen, rund um die Uhr im Gespräch sein, auch wenn man sich nichts mehr zu sagen hat. Konferenzschaltungen werden ein Kinderspiel, im Aufbau, aber nicht unbedingt im führen. „Jetzt machen wir mal Schluss, es wird sonst zu teuer“ gibt es nicht mehr. Das Telefon ist zum Walkie-Talkie mutiert. Roger-Over-and Out.
Die modernen Medien haben uns alle zusammengerückt, jeder wohnt im Zimmer nebenan von jedem, auf Zurufentfernung.
Wir schreiben viel weniger Briefe, schon gar nicht mehr per Hand, meist nur noch am Computer mit Rechtschreibehilfe. Raus geht die Botschaft aber nicht mehr per parfümiertem Umschlag, echter Briefmarke und Spucke, sondern ala ding:“you have mail” Automat. Der “Schreib-send-receive-reply” Zyklus kann nun mehrmals am Tag wiederholt werden, bis man merkt, es reicht, jetzt ruf ich doch einfach gratis an, dann brauch ich nicht ewig tippen.
Die alten Reize des Briefes, der hoffentlich nach Tagen ankommt und aufmerksam mehrfach gelesen wird, und bei dem man sich erst in 2-3 Wochen sorgenvoll anfaengt zu fragen: „Wo bleibt denn nur die Antwort“, wird schnell verdrängt durch real-time online Kommunikation. Und da der Inhalt auch andere interessieren könnte, wird die persönliche Botschaft im Gießkannenprinzip einfach an die ganzen email- Gruppen geschickt, irgendeiner wird ja schon lesen und vielleicht sogar antworten.
Nun versuche ich wohl erfolgreich ein weiteres Jahr am mühsamen aber dankbaren Ritual der Weihnachtskarten festzuhalten. Es klappt zum Glück dieses Jahr, und ich freue mich schon auf die vielen oft in schönster Handarbeit erstellten Antworten und den vielen persönlichen Grüssen: Ich wünsche euch ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2006.
Reiche wollen mehr Steuern zahlen ?
Im internationalen Vergleich wird in Deutschland Vermögen am niedrigsten besteuert. Na und !In einem offenen Brief rufen 21 Unterzeichner zu einer höheren Versteuerung des Vermögens auf. Zu den Unterzeichnern des offenen Briefes gehören unter anderen Literaturnobelpreisträger Günter Grass, die Autoren Erich Loest und Peter Rühmkorf, Wirtschaftsexperten wie Thilo Bode und Rudolf Hickel sowie die Millionenerben Frank Hansen, Percy Rohde und Susann Haltermann.
Das klingt ja alles sehr sozial, ist aber der absolute Schwachsinn, und meiner Meinung nach am Ende sehr unsozial. Wir wissen doch heute alle, das der Staat und seine Organe die Letzten sind die es schaffen, ein Unternehmen erfolgreich zu führen. Doch zu genau dem führt eine hohe Vermögensbesteuerung, denn dieses erwirtschaftete Vermögen, auch Produktionsvermögen, wird schrittweise an den Staat übergeben.
Ich fürchte diese neureichen Linken wissen nicht einmal wovon sie reden. Schriftsteller und Erben sind nun nicht gerade Unternehmer, die in großem Umfang etwas von wirtschaftlicher Verantwortung, von der Schaffung von Arbeitsplätzen oder volkswirtschaftlichem Wachstum verstehen. Um ihr schlechtes linke Gewissen inmitten all der Knete zu beruhigen ist ja rührend es verteilen zu wollen, es aber dem Staat zu schenken ist nun wirklich ineffizient und dumm. Denn Umverteilt wird nur ein kleiner Teil, der Rest geht hier in Bürokratie verloren.
In dem Spiegel Online Beitrag wurden auch verzerrende Zahlen genannt. Es mag sein, dass „im internationalen Vergleich in Deutschland Vermögen am niedrigsten besteuert wird. Fasse man Grund-, Erbschaft-, Schenkung- und Vermögensteuer zusammen, sei Großbritannien mit einem Anteil von 4,3 Prozent am Bruttosozialprodukt Spitzenreiter der Belastung von Vermögen, wird in dem Brief eine aus dem Jahr 2004 stammende OECD-Studie zitiert. Es folgten Frankreich mit 3,3, die USA mit 3,2 und Japan mit 2,8 Prozent. Schlusslicht sei Deutschland mit nur 0,8 Prozent”. Dies ist aber nur die Vermögensseite, also wenn ich Geld habe. Viel bedeutender sind in Deutschland aber die Belastungen beim Vermögensaufbau, also beim Verdienst, mit Spitzensteuersaetzen weit über obigem internationalem Vergleich.
In einfachen Worten: gerne Zahle ich ein paar % mehr auf mein angesammeltes Guthaben, wenn ich nicht schon zu Beginn über 10% auf Alles (!) weniger erhalte. In Deutschland wird gleich am Anfang wegbesteuert, in anderen Ländern erst später und erst dann, sollte etwas übrig geblieben sein. Hier nun zu fordern, vorne hohe Steuern und auch hinten hohe Steuern, ist der Grund, warum ich mir erlaubte, dass Wort „dumm“ zu benutzen. Die Mischung macht’s, und diese ist international „gesünder“ für das Wachstum und Arbeitsplätze.
Das Thema Vermögensbesteuerung darf also erst dann angegangen werden, wenn das Thema Einkommensbesteuerung auf einen Bierdeckel passt.
Sollten diese „neureichen Linken“ Hilfe in sozialem Umgang mit ihrem erworbenem Vermögen benötigen, sollten sie das Handeln von Bill Gates analysieren. Ohne offene Briefe zu schreiben, ohne den Versuch Dank, Anerkennung und Ansehen zu erhaschen, spendet er einen Grossteil seine Vermögens, und legt es in sozialen Hilfsprojekten an. Er erkauft sich kein ruhiges Gewissen indem er höhere Steuern fordert, sondern kümmert sich selbst um eine sinnvolle Nutzung seines verdienten Vermögens.
Bill Gates ist hier nur ein Beispiel von vielen, und ich habe schon in einem früheren Beitrag “Zu wenig deutsche Spenden?” (Januar 05) auf eine mangelnde Spendenkultur in Deutschland hingewiesen. Aber dies ist was in dem offenen Brief hätte stehen sollen, ein Aufruf zu einer intelligenten Spendenbereitschaft, und nicht nur dann, wenn Günther Jauch dazu im Fernsehen aufruft, unterstuetzt durch schreckliche Katastrophenbilder.
Die Vogelgrippe ist gelandet
Wie eine U-Bahn Bombe schlug die Nachricht hier ein, die Vogelgrippe ist in England angekommenGestern Abend saß ich noch vor dem Fernseher und lies mich von Claus Kleber in einem recht guten ZDF Spezial über Einzelheiten der Vogelgrippe belehren. Dramatische Szenarien wurden aufgezeichnet, um immer wieder mit dem Satz auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden: “Aber dies ist noch weit weg von uns“.

Weit weg? Seit heute morgen gibt es hier in England kein anderes Themen mehr als „Die Vogelgrippe ist angekommen“. Ein importierter Papagei war infiziert und gestorben. Eine gewisse Erleichterung konnte durchgehört werden, denn dieser bunte Papagei war nicht in eigner Kraft eingeflogen, sondern im Frachtraum eines Jumbo-Jets als fragwürdiger Importartikel. Zwar mussten alle Vögel auf der Quarantänestation gleich mit dran glauben, aber zumindest war dieser erste Vorfall unter einer gewissen Kontrolle.
Als Hundebesitzer schimpfte ich oft auf die strengen Quarantänebestimmungen in England (siehe auch meinen Beitrag “Wenn Hunde reisen”), aber hier war dann doch mal ein positiver Beitrag dieser Tierquälerei zu verbuchen. Überraschend war dann auch eine weitere Information: dies ist der erste Fall von Vogelgrippe in England seit 13 Jahren.
13 Jahre? Die Menschheit hat es also vor 13 Jahren wirklich geschafft zu überleben? Das ist dann doch eher beruhigend, denn manche Berichterstattung erinnert mich doch stark an den beklemmenden Film „12 Monkeys” mit Bruce Willis.
H5N1 oder nicht, Thema No1 wird für einige Zeit die Vogelgrippe bleiben. Sie ist beunruhigender als einige Terroristen, die die U-Bahn in die Luft jagen, wohl auch weil man ihr keine Polizei-Streitkraft entgegen setzen kann, sondern weil sie geräuschlos einfliegt und zuschlägt.
England nimmt seine Seuchen sehr Ernst, erst vor wenigen Jahren war mal wieder die Maul und Klauen Seuche ausgebrochen, und tausende Tiere mussten notgeschlachtet werden um eine unkontrollierte Ausbreitung zu vermeiden. Sogar der von mir lieb gewonnne Richmond Park war für mehrere Wochen hermetisch abgeschottet worden, in der Hoffnung die Seuche von den dortigen Hirschen und Rehen fernzuhalten. Es ist geglückt.
Ich bin sicher, wir werden noch viele bewegende Bilder zu sehen bekommne, in denen Gefieder getötet wird und wohl auch werden muss, und ich fürchte um die im ZDF Spezial gezeigten postkartengepflegten Gänse- und Hühnerfarmen in Deutschland. Schwäne in Kroatien sind infiziert, und wenn man sich die jährlichen Vogelwanderwege anschaut, überlappen diese klar mit den Ursprungsorten neuester Nachrichten: Türkei, Rumänien, Kroatien, ... et kuett.
Es wird leider noch spannend, und sollte die Vogelseuche wirklich mutieren und sich so leicht wie eine gewöhnliche Erkältung in der Bevölkerung verbreiten, also wirklich das passieren was manche befürchten, ist Al-Qaida zu dem geworden was sie ist: eine recht unbedeutende Irritation.
Abblendlicht
Die Kunst, 1,2 Million Liter Benzin am Tag straffrei zu verschüttenWir werden immer nach dem gleichen Prinzip reingelegt:
- was erregt die Gemüter?
- gibt es große Interessenvertretungen?
- ist Lebensgefahr mit im Spiel?
Wenn der gemeine Politiker Medienerwähnung braucht, setzt er schnell obige Kriterien zur Themensuche an und wird schnell fündig. Dies ist nicht überraschend, denn das Leben an sich ist zum Glück viel zu vielfältig, als dass alles reguliert werden könnte. Versuchen tun unsere Politiker es dennoch.
So hat dann eines zwielichtigen mit Wolken bedeckten Abends unser “immer noch” Verkehrminister das Thema Abblendlicht für sich entdeckt. Es erfüllt hervorragend obige Kriterien: es erregt die Gemüter, denn von „Quatsch“ bis „Sinnvoll“ kann leicht argumentiert werden, es gibt große und unterschiedliche Interessenvertretungen, Automobilclubs, Motorradclubs, Autohersteller, Glühlampenhersteller, usw. Und es hat den Hauch von Lebensgefahr, denn „jeder Verkehrstote ist ein Toter zuviel“. Schwer dagegen zu argumentieren.
Klingt alles toll, ich halte es aber für einen ausgemachten Blödsinn dies per Gesetz regulieren zu wollen. Ich glaube, Herr Stolpe brauchte dringend Presse-Erwähnung, um als Verkehrsminister im Spiel zu bleiben. Zum Glück ist damit bald Schluss, aber das Thema Abblendlicht ist weiter auf dem Tisch, wie so viele Gesetze, die auch nach dem politischen Ableben ihrer Schöpfer uns in alle Ewigkeit verfolgen. Wir sollten mal anfangen unsere Politiker danach zu bewerten, wie viel Gesetze sie abgeschafft haben, und nicht wie viele sie neu „designed“ haben.
Wieso ist vorgeschriebenes Abblendlicht Quatsch in Deutschland? Lieber Herr Stolpe, wir leben hier im Durchschnitt so auf dem 50ten Breitengrad, aber durch die skandinavischen Länder, die gerne als so musterhaftes Beispiel erwähnt werden, läuft der nördliche Polarkreis. Hier lohnt es sich oft nicht, das Licht überhaupt auszumachen, ob im Auto oder zuhause. Im Winter geht dort für mindestens einen Tag die Sonne erst gar nicht auf! Was soll dieser falsche Vergleich? Dies ist ein geographisches Nord/Süd Problem, kein Ost/West, manche Politiker scheinen diese Himmelsrichtungen leider nicht mehr zu verstehen.
Am meisten hat mich in dieser Diskussion aber unser Herr Tretin enttäuscht. Hat er etwa schon vor dem Ende aufgegeben? Er hätte sich hier doch noch einmal richtig aufbaeumen können und mal was Sinnvolles zu sagen: Licht kostet Energie. Ob im Auto oder zuhause, Licht verzehrt Energie. Und im Auto kann dies bis zu 0.5 Liter auf 100 km ausmachen. Ich halte diese Zahl für sehr hoch, aber nur 0.1 Liter ist bei dieser Massenzwangsverordnung eine katastrophale Energieverschwendung, die viele andere kleinen Schritte zunichte macht.
In Deutschland gibt es so um die 45 Millionen Autos, und wenn ich mal unterstelle, dass jeder ca. 10.000 km im Jahr fährt, ergibt dies eine gesamte Fahrleistung von 450 Milliarden km im Jahr.
Setzte ich hier die 0.1 Liter Mehrverbrauch an, wird Deutschland dank Herrn Stolpe 450 Millionen Liter Benzin verbrauchen, einfach so, um hell heller zu machen. Das sind zwar nur 10 Liter pro Fahrzeug, aber die Masse macht es. Noch mal zum mitschreiben: 450 Millionen Liter Benzin im Jahr, 1.2 Millionen Liter jeden Tag, für nichts !!! Wenn dies kein Umweltskandal ist.
Ich höre sie! Aber es rettet Leben! Tut es meiner Meinung nach nicht, denn mehr Motorradfahrer werden sterben, weil sie nun nicht mehr exklusiv mit Licht fahren und somit nicht mehr besonders auffallen. Sehen sie es mal so: wieso verordnet Stolpe nicht, dass wir all mit blinkendem Blaulicht herumfahren und bleiben dennoch bei rot stehen, dann fallen wir alle sehr sehr sehr sehr sehr gut auf, und es könnte weniger Unfälle geben. Toll, nur dass wir nun den Rettungswagen rammen, den wir nicht mehr frühzeitig erkennen.
Lieber Leser auf deutschen Strassen: bitte lasst das Abblendlicht aus wenn die Sonne scheint, es freut sich der Motorradfahrer und unsere Umwelt. Lasst euch diesen Quatsch nicht gefallen. Denn sonst wir euch bald auch die Autofarbe vorgeschrieben, so ein knalliges reflektierendes Orange, denn es rettet ja viele Leben.
Mit Butler James zum Ziel
Die wahre Identität der ortskundigen BeifahrerIm Laufe der Jahre hatte ich die Ehre mit 3 unterschiedlichen Navigationsgeräten im Auto zu fahren. Das Wissen dieser Beifahrer hat mir oft geholfen, und nur selten musste ich ein Veto einlegen, weil sie/er mich in eine Einbahnstrasse führen wollte oder quer durch einen Fluss.

Hat der Navi eine Seele? Die Hersteller versuchen schon, ihm menschenähnliche Züge zu geben, indem sie die Sprachausgabe immer weiter verfeinern. Und tatsächlich war ich mit 3 ganz unterschiedlichen Charakteren unterwegs. Nie war es Ihnen zu früh, nie war die Fahrt zu lang, sie hatten keinen Durst und mussten nie Pipi. Dennoch waren die 2 Frauen und der heutige Mann sehr unterschiedlich.
Es fing alles in 1999 mit Yukiko an. Yukiko wohnte in einem japanischen Auto, in Tokio. Auf der einen Seite war sie recht einfach, denn sie sprach nur japanisch, hatte aber andere Fähigkeiten, die ich bei deutschen Models heute vermisse. Ihr monotones Singsang klang überaus höflich und zuvorkommend, angelehnt an Begruessungen im Kaufhaus in Ginza oder den ständigen Ansagen in der Tokioter U-Bahn. “Migi magate kudasai” (jetzt bitte rechts abbiegen) und andere sich wiederholende Anweisungen in Japanisch hatte man als Ausländer schnell gelernt richtig zu befolgen, den wiederholte Übungen machen den Meister,
Was mich aber an Yukiko besonders beeindruckte war ihr Wissen. Tokio ist eine komplexe Stadt, und das Straßensystem ist alles andere als logisch für Rundaugen. Es gibt nur wenige Straßennamen, alles ist geordnet in Hauserblöcken, also etwa so: Haus 13 in Block 7 in Region 1 in Ginza, das liest sich dann auf Papier „Ginza 1-7-13“. Schon bei der Eingabe kann man sich die Finger brechen, wenn man denn die vielen Knöpfe mit japanischen Kanji’s verstehen würde. Also lernte ich einige Knopfabläufe auswendig (Knopf rechts oben, dann 3ter Knopf links von unten, dann den dicken Runden…) um überhaupt eine Eingabe machen zu können. Aber es klappte (meistens), denn Yukiko kannte eines: das Telefonbuch. Man konnte eine Telefonnummer mit Vorwahl eingeben, und Yukiko zeigte einem, wo dieses Telefon stand. Toll, zwar nicht immer aktuell, aber extrem hilfreich. Als ich später in Deutschland Auto’s kaufte, war diese Hilfe leider in keinem der Modelle vorhanden. Ich weiß nicht warum, wäre aber nicht überrascht, wenn hier übereifrige Datenschützer mal wieder die Finger im Spiel haben. Ich könnte zwar verstehen, wenn dies nicht für private Nummern freigeschaltet würde, aber Firmen und Behörden, wieso nicht.
Mein zweiter Navi, nun in Deutschland, war auch gleich der langweiligste, ohne Farbdisplay, nur ein paar orangene Pfeile und einer Frauenstimme, die vorher bestimmt bei der telefonischen Zeitansage gearbeitet hat. In 300 Meter rechts fahren, piep. Ok, das piep fehlte, aber das ganze klang so neutral, das wir in 3 Jahren nicht auf den Gedanken gekommen waren, ihr einen eigenen deutschen Namen zu geben. Manchmal rutsche aus Gewohnheit Yukiko heraus, aber meistens musste sie einfach auf den Namen Navi hören. Einen Spaß konnte sie dennoch bereiten: wenn man von ihr verlangte auf English zu reden, hatte man was zu schmunzeln. Denn der Hersteller hatte hier wohl gespart, und die gleiche deutsche Zeitansagerin in English sprechen lassen. Ein toller Akzent, ihre Mühe mit der englischen Aussprache von “turn right” war schon suess.
Nun führt uns James, denn im dritten Wagen konnten wir eine angenehme Variation finden: die männliche Stimme auf English. Hier wurden wohl keine Kosten gescheut, und ein wahrhafter Butler engagiert. Bei jeder Kreuzung oder Abzweigung wird man an das alljaehrliche “Dinner for two” errinert, same procedure as every year. Ich hoffe wir werden noch lange Freude an James haben, denn er kommt in Farbe und mit viel Wissen, wie Hotels, Museen und Golfplätzen, um nur einiges zu nennen. Und dies ist gekoppelt mit einer cleveren Menuführung.
Aber etwas fehlt mir noch an Navi’s ganz allgemein, nämlich eine breitere Variationen der Sprachausgabe. Das Kleinkind das Mami und Pappi hilft, die Domina mit der Peitsche oder gar den Inder der Klingeltöne. Waere es nicht abwechslungsreich, wenn die Hersteller dieser virtuellen Begleiter einem auch mal die Möglichkeit bieten würden, etwas Spaß ins System zu bringen und nicht nur gut geführt, sondern auch unterhalten zu werden. Kindische Ausrufe wie: “Papi, jetzt aber liiinks“” oder wenn man denn mal ohne Minderjährige unterwegs ist das etwas strengere: “LINKS du dumme Sau”, optional gefolgt von einem akustischen Peitschenschlag,, oder “lechts, jetzt lechts” könnten die eine oder andere Fahrt unterhaltsam verkürzen. Nur fürchte ich, dass die Hersteller hier eher politisch korrekt sein wollen und Spaß keine Vorfahrt bekommt.
Destination MALTA
3 Tage Malta Mitten im August, bei diesem Sommer eine dankbare Abwechslung.Wenn die Kinder aus der Schule sind, und man sich nicht mehr an verordnete Urlaubstermmine halten muss, eröffnen sich einen ganz neue Urlaubsalternativen. Kurzausflüge, auch short break genannt, bringen einen für kurze Zeit günstig an exotische Ziele. Eben mal Malta erkunden, ich war skeptisch, aber die 72 Stunden auf dem Felsen zwischen Sizilien und der afrikanische Küste haben sich wirklich gelohnt, Sonnenbrand inklusive.
Temperaturen um die 30 Grad, Sonne pur, Kultur, kriegerische Geschichte und etwas Sport konnten ohne Anstrengungen in den kurzen Aufenthalt untergebracht werden. Man sollte aber recht genau wissen was man will wenn man nur wenige Tage vor Ort ist. Wissen ist Macht und sich gut vorzubereiten kann sogar Spaß machen. Denn ob ich die vielen Ausflugsmoeglichkieten im Hotelzimmer studiere und beim Consierge dann buche oder ob ich kalte europäische Abende mit meiner Frau am PC verbringe und vieles studiere und online buche, macht einen großen Unterscheid: ich fühle mich nie gedrängelt jetzt endlich ans Pool zu kommen oder draufloszuerkundschaften. Man kann vor Ort locker 2 Tage nur damit verbringen, die vielen Zimmerprospekte und Werbungen zu studieren, und ob man dann den richtigen gebucht hat weiß man immer noch nicht. Dies vorher und daheim am PC zu machen geht heutzutage sehr einfach und ausfuehrlich, man kann Leistungen und Preise vergleichen und online buchen.

Oh Entschuldigung, sie dachten ich schreibe hier über die tollen Tage in Malta und welche Steine, Höhlen und Nachtclubs man unbedingt sehen muss? Nun, ich will Ihnen nicht die Freude am planen und aussuchen nehmen, nur dies: es lohnt sich.
Aber gerne gebe ich Ihnen eine starter kit von links, so dass sie ebenso wie ich sogar an regnerischen Tagen und kalten Abenden nach belieben surfen und träumen können, zwar noch nicht am Mittelmeer, sondern nur virtuell im Internet, aber das gibt auch schon was her.
Anreise: Air Malta: http://www.airmalta.com/
Hotel: Radisson SAS: http://www.visitmalta.com/en/where_to_stay/view-accomodation-acc_0096.html
Mietwagen: http://www.swiftcarhire.com/
Wetter: http://www.maltaweather.com/index.shtml
Allgemein: http://www.visitmalta.com/
Tauchschule: http://www.starfishdiving.com/
Dies sind nur wenige der durch googeln gefunden Ergebnisse, es lohnt sich oft auch den angebotenen links der Seiten zu folgen, dies kostet nichts. Aber Achtung: Flug und Hotel als Paket über ein Reisebüro zu buchen ist oft noch am günstigsten und sichersten, aber auch hier im Internet vorher surfen!
Baby an Bord
Ich freue mich für alle jungen Elternpaare, aber was soll der Aufkleber “Baby an Bord” uns wirklich sagen?Sie haben ihn sicherlich auch schon öfters gesehen, stolz klebt er in der hinteren Scheibe vieler Autos: “Baby an Bord”. Er passt harmonischer ins Erscheinungsbild des durchgestylten Wagens wie der wackelnde Dackelkopf, hat aber wohl ebenso eine Nachricht zu übermitteln wie die liebevoll überhaeckelte Klopapier-Rolle. Ich muss gestehen, ich verstehe es nicht, und muss hier mal die Frage stellen: was will uns der Fahrer oder die Fahrerin hier genau sagen?

Ist dies eine freudige Mitteilung oder eine Warnung? Oder dient er gar dazu sich über die Polizei und Rettungsorgane lustig zu machen?
Sollte er etwa bedeuten: Achtung, Fahrer könnte durch kotzendes Baby plötzlich abgelenkt werden oder zur Rettung des Schnullers unkontrollierte Brems- oder Lenkbewegungen machen? Bitte nähern sie sich diesem Wagen nicht oder nur mit groesster Vorsicht! Er könnte sie in einen Unfall verwickeln, und sie sind dann schuld, denn ich hab ja ein Baby an Bord und habe sie sogar gewarnt. Die rechtliche Frage stellt sich sofort: haben Fahrer mit dem „Baby an Bord“ Schild im Wagen immer eine Mitschuld am Unfall? So wie der freispruchsanlagenfreie Handy-Nutzer?
Oder sollte er bedeuten: bitte nicht rammen! Armes kleines schwaches Baby an Bord, es könnte Schaden nehmen. Warten sie bitte noch 9 Jahre, dann dürfen sie mich voll von der Seite erwischen, denn dann ist da Kind ja älter und hält die resultierende Traumsverletzungen besser aus.
Oder ist es die indirekt ausgesprochene Bitte an den Rettungsdienst, bei einem fatalem Unfall mit Überschlag und Totalschaden bitte doch noch mal genau hinzusehen, denn es könnte sich lohnen das Baby irgendwo doch noch zu finden, auch wenn die Eltern keine große Chance haben zu überleben. Leider könnte diese Interpretation des Aufklebers auch dazu führen, dass Autobahnen für Wochen gesperrt werden, denn Rettungsdienste würden die Suche erst Wochen nach dem Unfall aufgeben. Das Schild klebte im Auto, das Baby aber nicht.
Fuer manche ist dieses Schild vielleicht auch nur ein kleiner Ersatz zum unterdrueckten Trieb, seine Fortpflanzungsorgane stolz aus dem Fenster hängen zu lassen: seht her, es hat geklappt, er kann’s! Fuer andere dann ist der Aufkleber doch eher als Negativwerbung für Kondomschutz gedacht: seht her, er hielt nicht dicht.
Was auch immer der Aufkleber für sie, die ihn aufhaengen, oder für sie, die ihn lesen, bedeutet, das Lächeln eines glücklichen Kindes und die Freude stolzer Eltern ist durch nichts zu ersetzen. Fahren sie bitte vorsichtig.
Einbrecher im Haus!
Haben sie ich auch schon Gedanken darüber gemacht, wie sie ihr Eigentum am besten schützen? Hier in England gab es in den letzten Monaten eine ungewoehnliche Show im Morgenfernsehen: Hauseinbrüche wurden gefilmt und kommentiert. Das Ganze verlief immer ungefaehr so ab: Haus oder Apartmenteigentümer erklärten sich bereit, in ihr Haus einbrechen zu lassen. Der professionelle Dieb hatte seine Jahre abgesessen und eingesehen, dass mehr Kohle beim Fernsehen zu machen ist als wirklich zu klauen. Der Fernsehsender übernahm gerne die Kosten für alle Schäden die der Einbrecher machte, denn sie durften überall Kameras anbringen, das ganze filmen, schön Zusammenschneiden und dann zur morgendlicher Prime-Time mit Werbung vermischt ausstrahlen.
Um alles schön unter Kontrolle zu halten, und auch Gefühle einzuspielen, verfolgten die Eigentümer den Einbruch live an Monitoren, und ihre Emotionen wurden dabei natürlich auch gleich gefilmt. Obwohl sie jederzeit sagen durften: „Jetzt ist Schluss!“, habe ich nie ein Paar erlebt, das auch wirklich STOP sagte. Alle “Opfer” verfolgten mit vielen Ahhs und Ohhs, kopfschüttelnd und zum Teil unter Tränen, das Geschehen solange, bis der Dieb fertig war und das Haus verlies. Er randalierte zwar nicht absichtlich, aber keine Schublade wurde nicht auf den Boden geleert, kein Schrank nicht umgekippt, kein Kühlschrank oder Tiefkühltruhe nicht bis auf den Boden durchsucht. Der Dieb war ein Profi, und ging professionell und diesmal sogar legal seiner Arbeit nach, und war nach 10-20 Minuten fertig mit dem Haus.
Nichts Wertvolles entging ihm, er erkannte auch sofort, was wertvoll und was Glasperlen waren. Manch beschenkte Ehefrau war dann auch überrascht nebenbei Einzelheiten über die Qualität ihres Schmuckes zu erfahren. Er fand fast jedes „Geheimversteck“, manche waren richtig originell, aber er kannte sie alle. Auch vergaß er nie, dass Autofahren viel schöner ist als zu fuß zu gehen. Meist kam er mit leeren Händen, füllte die Koffer die er fand randvoll mit Wertsachen und verlies den Ort des Geschehens in dem Wagen der Hausbesitzer, die den Schlüssel schön am Brett in der Küche hängen gelassen hatten.
Unterhaltend war die Überzeugung eines Ehepaares, ihre 2 Hunde würden sicherlich den Dieb abschrecken oder gar von seiner Arbeit abhalten. Zwar kläfften und knurrten sie angsteinfloessend und fletschten ihre Zähne, aber nachdem der Dieb zielstrebig zum Kühlschrank ging und ihnen die feinen Wurstvorräte übergab hatten die Tiere schnell einen neuen besten Freund. Einer von ihnen sprang sogar in den Wagen um mit dem Dieb zu neuen Abenteuern davonzufahren. Im wahren Leben wäre auch der Fifi jetzt wohl unter Wert verkauft worden und hätte ein neues Zuhause.
Die Sendungen haben mich irritiert, denn zuerst wusste ich nicht, ob dies nicht vielleicht eine unangemessen detaillierte Anleitung zum Haueinbruch war, oder aber eine Warnung an alle Eigentümer, Fenster und Türen gut zu verschließen und dicke Schlösser zu kaufen. Irritierend war aber dann eher die Erkenntnis, dass man sich eigentlich nicht schützen kann, denn wenn der Dieb rein will kommt er rein. Bei starkem Schutz und guten Schlössern macht er nur einfach etwas mehr kaputt. Er hielt sich nicht auf mit Bohren oder Dietrichs, er schlug einfach recht geräuschlos das ganze Fenster ein. Basta, bum und rein, egal ob im Erdgeschoss oder 2ten Stock, denn meist brach er erst mal den Gartenschuppen auf, um sich eine Leiter zu leihen oder Axt und Werkzeug zu besorgen.
Ich glaube inzwischen, guter Schutz des Hauses hält den betrunkenen Randalierer oder Drogensüchtigen ab, aber wenn jemand ausreichend kriminelle Energie mitbringt, kommt er rein. Und je weniger ich sichere, je weniger geht kaputt. Weg sind meine Sachen aber leider so oder so.
Also, was tun? Wie in Kanada die Türen nicht abschließen? Keine Wertsachen zuhause aufbewahren? Alles ein bisschen besser verstecken? Einen richtig guten Tresor einbauen? Ich kenne keine optimale Lösung, auch Banken werden ausgeraubt. Ich sehe das ganze Probelm nach diesen Sendungen etwas fatalistischer, und trage die Schlüssel zu meinem Wagen immer bei mir.
Wie Flugzeuge riechen
Ich konnte es nicht verhindern, morgens um 6:45 bestieg ich nach über 2 Jahren Abstinenz wieder ein Flugzeug, die LH4765 von London nach München.

Sofort nach Betreten der Kabine begruesste er mich, der Geruch eines Flugzeuges. Eine Welle der Erinnerungen brach über mich ein. Ich habe keinerlei Angst zu fliegen, im Gegenteil, ich glaube es ist ein sicheres Transportmittel und ich genieße die majestätische Kraftentfaltung der Technik bei Starts und Landungen. Aber alles dazwischen ist im Laufe der Jahre zur Qual geworden, ich bin einfach zu oft geflogen. Ueber mehrere Jahre mindestens einmal im Monat zwischen Europa und Asien, wöchentlich mehrmals kurze Sprünge wie jetzt von London nach München. Die diversen Bonusprogramme wurden bis zur Grenze ausgeschoepft, plötzlich durfte man First-Class fliegen, ohne je dafür bezahlen zu müssen. Wie das am besten geht, ist seinen eigenen Bericht wert, später vielleicht.
Der Geruch des Flugzeuges erinnerte mich an die ertragenen Qualen, an die immergleiche Routine, an die Enge des Sitzes, egal wie breit und bequem er auch sein mag oder nur erscheint, egal ob mit Leder oder Stoff bezogen, nach 8 Stunden sitzen, essen, lesen und schlafen wird jeder Sessel zu deinem persönlichen Intimfeind den du nie mehr wiedersehen möchtest. Doch spätestens auf dem Rückflug ist er wieder da, zuerst einladend kühl, am Ende feucht verschwitzt, ausgelaugt wie sein Passagier.
Der Geruch eines Flugzeuges ist weltweit gleich, er variiert nur wenig zwischen den Airlines, Flugzeugtypen oder geflogenen Klassen und besteht aus 3 Kernkomponenten.
Die Grundton ist technischer Natur, ein bisschen Kerosin gepaart mit der dem Geruch mechanisch und elektrostatisch gereinigter und künstlich befeuchteter Luft. Subtil anwesend, nie richtig aufdringlich, es sei denn die Kabinentüren sind offen und der Nachbarflieger wird gerade betankt, dann kann das Kerosin schon mal aufdringlich sein.
Die 2te Komponente nenne ich gerne den Douglas-Faktor. Es ist eine Mischung aus Chanel und Dior, gepaart mit Old Spice und einem Schuss 4711, also ein bisschen von allem, was in jedem Duty-Free Shop feilgeboten wird. Vorne im Flieger etwas mehr Chanel, hinten dann deftig rustikal lieblich. Alle 2 Stunden wird der Douglas-Faktor von den Mitreisenden unaufgefordert aufgefrischt, und da die Geruchsnerven durch die geringe Luftfeuchtigkeit im Flugzeug bei 10 km Höhe Schaden nimmt, werden auch noch kurz das kleinste Kopfkissen der Welt sowie Teile des Sitzes unauffaellig miteingenebelt. Der Douglasfaktor verhindert erfolgreich, dass Schweiß, Mund- oder Fußgeruch irgendeine Chance haben sich ernsthaft festzusetzen. Und sollte der Sitznachbar Douglas nicht kennen, hilft man ihm gerne aus, dies dann auch gerne unauffaellig.
Zu diesem suesslichen und nicht unbedingt unangenehmen Teil der Gesamtduftnote kommt jedoch der säuerliche Bestandteil eines jeden Flugzeuggeruches hinzu: Kotze. Ob schwacher Fliegermagen oder zuviel Alkohol, es wird wie eh und je im Flugzeug gekotzt, übrigens nicht ganz unabhaengig von sozialem Rang oder Sitz. Leider wird meist versucht dies unauffaellig zu verrichten, was dazu führt das Man oder Frau die Tütenöffnung nicht richtig trifft oder erst gar nicht findet, oder der Scherzbold vom letzten Flug hat unter lautem Beifall seines Trinkkumpanen aus Reihe 46D ein Loch in den Boden die Tüte gerissen. Egal wie man es dreht und wendet, Kotze landet meist da wo sie nicht hin soll. Sie liebt es dann im Raufaserteppich zu versickern, von wo aus sie für mehrere Wochen ihren säuerlichen Beitrag zur Gesamtduftnote des Fliegers in einem konstanten Kampf um Dominanz mit dem Douglas-Faktor beiträgt.
In diesen Kampf mischen sich dann noch die 5-12 Porta Potti’s des Fliegers mit ein, die ja eigentlich lächerlich einfache Plumpsklos sind, die wie auf jeder Kirmes nur einmal am Abend entleert und gereinigt werden.
Das Gute am Flugzeuggeruch ist, dass man ihn 30 Minuten nach Abflug nicht mehr richtig wahrnimmt, nach 2 Stunden ist er voll verdrängt. Er meldet sich kurz wieder im Hotel, oder zuhause, wenn man seine Kleidung zur Reinigung gibt. Dann ist er erst Mal ganz weg. Während des Fluges hat er sich aber tief in unser Gedaechniss eingefressen, denn auch nach über 2 Jahren erkennt man seinen früheren Begleiter sofort wieder. Er erzählt einem dann sofort und ohne Aufforderung von der Langeweile des Fluges, von der Monotonie der Triebwerkgeräusche, von der immer gleichen Routine. Er erinnert uns an die Qualen des Jetlags, an die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Airlinesitze und dass nur Erfahrung einem lehrt keinen Fensterplatz zu buchen. Aber auch diese Erinnerungen sind jeder für sich andere Berichte.
Nummernschild international
Sein persönliches Auto-Nummernschild, in England ist es flexibeler zu gestalten als in Deutschland. Und es schafft Arbeitsplätze. Wer hat nicht schon bei der Zulassungsstelle nach seinem persönlichen Nummernschild gesucht. Namenskürzel (von sich selbst, seinem Verein oder Arbeitgeber) oder Geburtstage sind die beliebtesten Variationen. Der Rahmen des erlaubten ist aber sehr eng, und es wird schnell langweilig, man kann vielleicht noch eine D EG hinkriegen, oder 8888, aber das war es dann auch schon fast.
Der grosse Unterschied ist: Deutsche Nummernschilder geben Klarheit über den Ort der Zulassung, hilfreich um Gebietsfremde zu erkennen. Englische Nummernschilder hingegen weisen in erster Linie auf das Alter des Wagens hin, nicht wo es Zugelassen wird. Bis vor 5 Jahren besagte der erste Buchstabe, wann der Wagen zum ersten Mal zugelassen wurde, die Zeichenfolge war z.B: A123 BCD, ein „S“ an erster Stelle z.B. kennzeichnete einen Wagen der Anfang 1999 zugelassen wurde. Aktuell ist die neue Zeichenfolge AB05 BCD, wobei das 05 das erste Zulassungsdatum anzeigt, „05“ steht für erste Hälfte 2005, „55“ steht dann für zweite Hälfte 2004. Ich habe gefragt, warum 05 und 55 gewählt wurde um Jahreshälften zu kennzeichnen, die Antwort war einleuchtend, wenn auch nicht einfach: 05 = 2005/1 und 55 =2005/2, später kommt dann 15 für 2015/1 und 65 für 2015/2. Verstanden?

Das schöne ist, dass alle alten Nummernschilder und Variationen weiter genutzt werden können, man darf nur eines nicht: seinen Wagen jünger erschein lassen als er ist. Auch sind Schilder von vor 30 Jahren noch zu finden, was dann zu sehr interessanten persönlichen Variationen führen kann. Fuer eine gerechte Verteilung dieser „Kostbarkeiten“ sorgt der Markt, durch direktem Verkauf oder Auktionen, bei denen an unterschiedlichsten Orten das gewünschte Schild ersteigert werden kann.
Die Preise sind sehr unterschiedlich: das teuerste was ich gefunden habe war für 160.000 GBP zu haben, eine Viertel-Million Euro. Es ist im Juli 86 ersteigert worden, es lautete „1A“. Das Nummerschild „1 RR“ (RR steht meist fuer Rolls Royce) war schon mit 80.000 GBP deutlich günstiger, „2RR“ dann richtig billig für nur 8.000 GBP. Wer will schon nur der Zweite sein. Den Namen meines Hundes „SIMBA“ gab es für stolze 12.600 GBP. Hierbei handelt es sich um „S1 MBA“ aus dem Jahr 99.

Wenn sie mal einfach nur suchen oder Zusammenstellen wollen, gehen sie zu
www.dvla-som.co.uk/home und durchsuchen vergangene Auktionen. Es macht Spaß zu stoebern und ist ein blühender Handel, und schafft tausende von Arbeitsplätzen in England, meist florierende Ich-AGs.
Vielleicht sollten deutsche Behörden auch ein bisschen Spaß zur Ankurbelung der Tauschwirtschaft erlauben, indem sie ihre strengen und oft langweiligen Richtlinien einfach mal etwas lockern.
PS: mir gehoert nur SIMBA der Hund, nicht das Schild. Schade eigentlich.
Suzuki Jimny – unkaputtbar
Leben sie nicht in der Mitte der Stadt? Brauchen Sie ein günstiges 2tes Auto? Der Suzuki Jimny ist vielleicht die Antwort. Der Suzuki Jimny ist der ideale Begleiter für den kleinen Ausflug, und ich schäme mich nicht zu sagen, für jeden großen oder kleinen Einkauf, denn nicht jeder hat einen Tante Emma Laden um die Ecke. Der Jimny verzeiht alles, denn eigentlich hat er nicht viel und es ist schwer ihm wehzutun. Und das ist das Tolle. Man hat keine Angst ihn schmutzig zu machen, oder am Gebüsch vorbeizukratzen, durch Schlaglöcher zu jagen oder die Buergersteigkante hochzufahren. Das Gaspedal des kleinen Motors kennt nur 2 Stellungen, voll und neutral, denn er dreht sich bei Vollbeschleunigungen nicht um die eigene Achse. Der dreckige Sack Zement findet hinten ebenso Platz wie der nasse Hund, die Einkaufstüten oder Müllsäcke voll Laub für die Deponie. Unkaputtbar, denn wenn wenig dran ist, geht wenig kaputt.

Platz? Na ja, da muss man schon genau hinsehen oder erst gar nicht groß suchen, denn der Jimny ist klein, 100kg-plus Menschen wie ich würden sagen: klitzeklein. Aber das ist Programm. Meine rechte Koerperhaelfte ist fest gepresst an die Fahrertuer (wir haben in England den Lenker rechts), dennoch sitze ich hoch und bequem, solange es keine Fahrten über Stunden sind. Als erstes habe ich übrigens die hinteren Sitze rausgeworfen, Hund, Zementsack und Tüten danken. Passagieren will man diesen hinteren Ort ebenso wenig antun wie in einem Porsche. Ansonsten hinkt jeder Vergleich mit dem Sportwagen. Ich glaube ein Porsche kann schneller mit seinem Anlassermotor beschleunigen als der Jimny mit abgeschaltetem Overdrive, aber wir haben ihn ja nicht erstanden um schnell zu fahren, sondern um unbekuemmert von A nach B zu kommen. Egal was am Wochenende los ist, ich ertappe mich immer wieder dabei den Jimny zu nehmen anstelle des “ordentlichen Familienwagens”. Ein vollkommen stressfreies Auto.
Dabei macht er immer eine gute Figur, man schaut als Fahrer gelassen über die neben einem im Stau stehenden Sportwagen, bei denen sich der Fahrer wohl schon überlegt, wie er aus der Dose wieder rauskommt ohne sich zu verrenken. Ob vor dem Kino oder im Acker, der Jimny passt überall hin.
Der Jimny hat nichts ueberfluessiges, wenig kaputtgehende Elektronik, er hat ja wie schon gesagt sowieso nicht viel. Alles etwas blechig-plastik, aber man sollte besser sagen, man sieht was man kauft, und ein Blick unter die Motorhaube erinnert einen an seinen ersten Mini in den 70er Jahren. Alles klar zu erkennen, Anlasser, Vergaser, Lichtmaschine, und wenn was kaputt geht reicht meist ein Stück Stacheldraht um den Schaden zu beheben. Glaubt man zumindest.
Wenn man den Vierradantrieb zuschaltet, fährt und klingt der Jimny wie ein Traktor, den auch an mehreren elekto-magnetischen asynchron laufenden Hyperdrive-Differentialen wurde gespart. So erklärt einem die Gebrauchsanleitung klar, den Allradantrieb nur bei schlüpfrig-nass-matschiger Fahrbahn einzuschalten. Wann sonst braucht man Allrad.
Dieses “Back to Basics” hat seinen Preis, seinen schön geringen Preis, und soviel Spaß fürs Geld bietet kein anderer Wagen der Welt, egal wie billig oder teuer die Karosse ist.
Ich kann ihnen nur empfehlen, eine Probefahrt zu machen, sollten sie sich je nach einem zweiten Wagen umsehen. Wenn sie einmal im Monat bei OBI & Co vorbeischauen, einen Hund haben oder Pfützen nicht ausweichen wollen, der Jimny muss auf ihrer Liste stehen.
Aber seien sie gewarnt: wenn es nach Jahren dann mal darum geht, einen neuen Wagen zu erstehen, schleicht sich plötzlich die Überlegung ein, den Jimny doch einfach zu behalten, als 3ten Wagen, einfach nur so, fürs Grobe, Dreckige und den kleinen Spaß zwischendurch, so wie man ja auch eine Schubkarre hat. Es wird schwer sich von ihm zu trennen.
Eurotunnel – nur keine Angst haben! Teil 2
Kann man überhaupt einen Preisvergleich anstellen? Wie buche ich am besten? Was ich so alles beachten und falsch machen kann. Wie heißt es so schön in der Werbung: lass dich nicht verarschen! Aber genau dies ist es doch, was viele Unternehmen mit allen Mitteln versuchen zu tun. Höfflich formuliert wird soviel Nebel in den Tarifdickicht gesprüht wie nur möglich. Und das fällt umso leichter, je internationaler die Nachfrage ist, denn ob Deutsche, Belgier, Franzosen, Spanier oder Briten, alle wollen Tunnel fahren. Der Euro macht einen Preisvergleich etwas leichter, aber das war es auch schon.
Zwei Vergleiche drängen sich auf. Erstens der Vergleich des Preises des Tunnels mit denen der Fähren. Dies ist recht schnell erledigt, den der Tunnel ist fast immer teurer. Der kleine, manchmal Grosse, Unterschied jedoch ist: Beim Tunnel zahlt man für den Wagen, egal ob man alleine oder zu sieben Mann im Touareg gequetscht sitzt, bei der Faehre zahlt man in Abhängigkeit der Anzahl der Passagiere. Aber bei einer durchschnittlichen Beladung bleibt der Tunnel leider teurer.
Die Tunneltarife selber sind ein Studium wert. Ein gutes Reisebüro, das ja auch seine Provisionen verlangt, kann einem da vielleicht helfen, aber ein Eigenstudium am Internet macht fast schon Spaß: www.eurotunnel.com und schon bist du drin. Zu Beginn wird man gefragt in welchem Land man wohnt. Hier kann es sich gelegentlich lohnen ein bisschen zu funkeln, denn so gibt es z.B. das billige „Mittags hin Abends zurück“ Ticket nur, wenn man in England wohnt, spielt einfach mal rum damit. Auch kann man bei der Waehrung sparen, den der Preis GBP und EURO kann variieren.
Für viele Reisende ist die Dauer des Urlaubs schwer zu beeinflussen, aber generell gilt: je länger man bleibt, umso teurer wird’s. Der billigsten Tarife geht von England aus, mittags nach Frankreich und vor Mitternacht zurück, das kriegt man gelegentlich im Angebot für sowenig wie 20 Euro. Alle Reisen mit über 5 Übernachtungen werden teuer, ebenso Reisen zu Zeiten wenn irgendwo in Europa ein Kind Schulferien hat. Da kommen dann leicht 205 oder 339 oder 503 Euro zusammen. Ich höre sie aufschreien! 200 bis 500 Euro, wieso ist die Preisspanne so groß? Die Erklärung ist ganz einfach: Eurotunnel betreibt zwar nur einen schaebiggen Zug, der nur 35 Minuten durch einen gebuddelten Tunnel fährt, benimmt sich aber wie eine internationale Airline die von Paris nach Tokio mit der Concorde fliegt. Also muss es Klassen geben, so was wie Economy und First Class, und dies obwohl die Autos alle bunt gemischt in einer einzigen Röhre stehen (siehe Teil 1).
Der billigste Tarif erlaubt einem sehr wenig, d.h. man muss Strafe zahlen wenn man nicht den genau gebuchten Zug nimmt, auch wenn 10 Minuten vorher ein fast leerer Zug losfährt. Auch kann man nicht den Fahrpreis zurückverlangen, weil der ADAC den Unfallwagen zurückbringt und man selber leicht verletzt vom ASB heimgeflogen wird. Eine Warnung hier: Briten fahren auf der anderen Straßenseite.
Der mittlere Tarif ist eine Art Business Class, man darf nach belieben umbuchen, sogar vor Ort, ohne Ankündigung. Wenn es Platz gibt, darf man mit. Flexibel heißt das. Ich buche meist das flexible Ticket, denn zum einen schafft man aus Deutschland kommend selten den genauen Termin. Man ist entweder 2 Stunden zu früh da oder 3 Minuten zu spät, und mit einer Strafgebühr ist schon fast die ganze Einsparung weg. Zum anderen fahre ich nicht gerne unter Termindruck, so nach dem Motto: ich habe noch 400 km vor mir, 3 Stunden Zeit, also Gas geben. Merke: in Belgien und Holland sind 120 km/h erlaubt, in Frankreich 130 km/h. Plus ihrer persönlichen Risikobereitschaft. Aber dem Stau um Brüssel oder Antwerpen können sie nicht entgehen, die Zeit die sie hier gelegentlich verlieren fährt auch kein Ferrari mehr raus, sollten sie einen haben und die Polizei ihr Freund ist.
Der teuerste Tarif nennt sich CLUB, und ist eine reine First Class Imitation. Man kriegt jedoch keinen zum Schlafbett umfunktionierbaren Sitz, man bleibt in seine Vectra sitzen, das einzige was man darf ist an allen Warteschlangen vorbeifahren, siehe (a)-(f) in Teil 1. Die einzigen die das CLUB Ticket einfach nicht würdigen sind die Pass- und Zollbeamte, denn für die muss nach Grundgesetz jeder Buerger gleich sein.
OK, ich höre sie schon im Kopf rechnen:... dann kauf ich mir 2 Return Tickets (mittags hin, abends zurück) zu je 20 Euro... ohh Geiz ist geil, genau... und lasse die jeweilige Rückfahrt verfallen.. und bin mit 40 Euro dabei. Dumm gelaufen, geht leider nicht, denn dieses billige Ticket gibt es nur von England aus, und man muss den ersten Abschnitt fahren damit der 2te gültig wird. Und der Preis für ein Einwegticket Frankreich England ist so teuer, das sich das ganze nicht rechnet. Hier haben etliche Nobelpreisträger der Mathematik, alle im dienst des Eurotunnels, schon aufgepasst. Was hingegen gehen kann ist billig mit der Fähre hin, und mit dem 20 Euro Ticket Tunnel zurück. Dann ist man zumindest einmal Tunnel gefahren und kann am Stammtisch mitreden.
Ein letztes Wort zum eigentlichen buchen: übers Internet geht es ganz einfach, alles was man als Beweis braucht ist die Buchungsnummer, die man dann beim einchecken ((a) in Teil 1), vorzeigt. Man sollte hier dann auch die Kreditkarte vorzeigen, mit der die Buchung gemacht wurde.
Und immer die gleiche letzte Frage von Freunden: wie komme ich überhaupt zum Eurotunnel? Von Düsseldorf und Umgebung aus via Venlo > Eindhoven > Antwerpen > Gent > Ostende > Calais, es sind ca. 550 km bis London. Von Frankfurt aus fährt man Köln > Aachen > Liege > Brüssel > Gent > Ostende > Calais und es sind ca. 750 km bis nach London.
Gute Fahrt. (Mar/05)
Eurotunnel - Teil 1
Mit dem Eurotunnel nach England, oder doch lieber mit der Fähre. Die Antwort fällt nicht immer leicht.Ich habe den Eurotunnel bereits über 100 Mal benutzt, mit Auto und Motorrad, dies hat sich im Freundes- und Kollegenkreis herumgesprochen. Die ersten Fragen sind immer die gleichen: fühlt man sich unterirdisch eingeschlossen ? Kriegt man dort unter dem Meer Platzangst ? Das kann ich natürlich für jeden einzelnen nicht beantworten, es gibt ja Menschen die haben schon Angst in einer Telefonzelle, aber panische Angstanfälle habe ich von noch keinem Mitreisenden bisher erlebt, und ich habe sicherlich so um die 3000 Menschen beobachten können.
Warum 3000 ? In jedem Abteil stehen mindestens 5 Autos, 3 Abteile läuft man im Schnitt ab um sich die Füße zu vertreten oder aufs Klo zu gehen, in jedem Auto sitzen mindestens 2 Personen, macht 3000. Keine einzige Angstattacke habe ich erlebt. Meist schlafen die Mitreisenden, denn sie haben meist schon eine längere Anfahrt hinter sich oder mindestens weitere 5 Stunden Fahrt vor sich. Nur die Kindern lärmen und laufen spielend herum, zum Entsetzen der Erwachsenen, die über sehr laute Durchsagen auf alle möglichen Gefahren hingewiesen wurden... NIE ZWISCHEN DEN AUTOS LAUFEN, FENSTER AUFLASSEN ... und so weiter. Hier hat sicherlich ein Jurist die Textvorlagen geliefert, damit auch ja kein Ersatzanspruch besteht. Also lieber im Wagen sitzen bleiben.Die Zugfahrt durch den Tunnel selbst dauert genau 35 Minuten, wie die Werbung verspricht, aber man muss schon gut 1 – 1.5 Stunden insgesamt rechen, wenn alles optimal verläuft. Denn erst muss man (a) seinen Passierschein lösen, man erhält ein großer Buchstabe den man an den Rückspiegel hängt und der einem „seinen“ Zug nennt. Dann parkt man (b) am Terminal, und wartet bis „sein“ Buchstabe zur Abfertigung aufgerufen wird. Dann fährt man (c) zur Passkontrolle beider Länder, wobei hier wahllos Autos herausgewunken werden zur (d) Durchsuchung. Die Kriterien hierfür habe ich nie verstanden, es erwischt mich aber jedes 3-4 Mal. Rasiert oder nicht spielt keine Rolle, soviel habe ich mitgekriegt. Diese Durchsuchung ist aber kein Beinbruch und sollte nicht persönlich genommen werden, denn die Beamten sind alle sehr höflich solange sie keinen Sprengstoff, Waffen oder Drogen finden. Danach folgt man (e) den Signalen hin zu seiner Wartespur, und wie die Spur besagt, wartet. Ich schätze so um die 4 Wartespuren passen in einen Zug. Dann gehen die Schranken hoch und es geht (f) ab in den Zug.Ein Zwischenwort an alle Raucher: es gibt seit Jahren keine Beschränkungen über die Anzahl der mitgenommenen Zigaretten mehr, denn wir reisen innerhalb der EU. Alles was für den persönlichen Konsum gedacht ist, und legal ist, darf eingeführt werden, und da eine Packung Lucky Strike in Belgien 4 Euro und in England umgerechnet so 7.5 Euro kostet, deckt euch ein ! Noch was: es ist dann doch gerichtlich festgestellt worden, dass die Einfuhr von mehr als 18 Stangen NICHT für den persönlichen Konsum bestimmt sein kann. Also bitte: nicht mehr als 3600 Zigaretten pro Person mitbringen, dies sollte für den Urlaub ja wohl auch reichen. Den meisten Kandidaten für eine Eurotunnelfahrt nehme ich eine verbleibende Restangst, indem ich ihnen den genauen Ablauf der Zugfahrt erkläre, denn der ist immer gleich. Also: der Zug ist eine Art Röhre, an einem Ende fährt man mit dem Auto rein, am anderen Ende wieder raus. Vor und in der Röhre winken einem Eurotunnelmitarbeiter – ich nenne sie mal Schaffner - ein, sehr nah sogar an den vor einem Parkenden, einfach stoppen wenn die STOP sagen oder zeigen. Dann nuscheln diese Schaffner meistens in englisch or francais : Motor aus, Handbremse anziehen, 1ster Gang oder Park einlegen. Dann schließen diese Schaffner dicke Zwischentüren, so dass aus der langen Röhre 10-12 kleinere Abteile mit je 5-6 Autos entstehen. Das war’s auch schon, die Abteile sind hell erleuchtet, und alle 3 Abteile gibt es ein Klo, was nicht sauberer oder dreckiger ist als jedes gemeine Zugklo. Jetzt heißt es warten, im eigenen Auto oder daneben, bis der Zug auf der anderen Seite des Eurotunnels angekommen ist. Dann piept es auch bald, dies ist kein Alarm, aber die Zwischentüren gehen bald auf, und wenn der Vordermann losfährt, fährt man einfach hinterher, raus aus der Röhre, auf die Autobahn nach London oder Calais. im Teil 2: Preisvergleich und Buchung (Mar/05)
Die knallgelbe Radarfalle
Ich finde es gut wenn man vor Radarfallen gewarnt wird, denn es sollten keine Fallen sein. Fallenstellen sollte verboten werden. Hier in England gibt es nur ganz wenige Radarfallen. Es gibt zwar an fast jeder Ecke eine Radarüberwachung, aber dies sind keine Fallen in die man wie von staatlichen Strandräubern gelockt wird.
Die festen „Speedcameras“ müssen hier knallgelb angestrichen werden (siehe Bild), und dürfen sich auch nicht hinter Verkehrschildern verstecken. Sie sind von weitem erkennbar, und erzielen genau das, wofür sie in erster Linie aufgestellt wurden, nämlich der Anpassung der Verkehrsgeschwindigkeit.
Vorbei sind die Tage, an denen ein Sheriff hinterm Gebüsch an einer vollkommen gefahrlosen Stelle lauerte und nur darauf wartete wieder jemanden zu erwischen, der beim Besten willen nicht einsehen wollte oder gar konnte, warum gerade hier wieder 50 km/h vorgeschrieben wurde, wo doch 70 km/h von jedem noch so ungeübten Verkehrteilnehmer gefahrlos gemeistert wird.
Ich verstehe ja, dass der Verkehrsfluss und Sicherheit nicht auf die besten F1-Fahrer unter uns abgestimmt werden kann, aber sinnlose Vorschriften führen automatisch zu deren Missachtung, und in diesem Teufelskreis verliert dann die „Autorität Polizei“ ihren Führungsanspruch und Respekt.
Hinzu kommt die lächerliche Anpassung der Geschwindigkeiten an politische Mehrheiten. Ich kann ja einsehen, dass an manchen Stellen 130 km/h auf der Autobahn angemessen genug sind, aber dass es nur 130 km/h sind wenn CDU am Ruder ist, 120 km/h wenn dann die SPD die Wahlen gewinnt und gar nur 100 km/h wenn die Grünen als Koalitionspartner gebraucht werden, kann beim besten Willen nichts mit Verkehrsicherheit zu tun haben. Die Botschaft die der Verkehrteilnehmer hier bekommt ist: „Was wir machen muss keinen Sinn machen“ und „Was du anders machst wird bestraft“.
Da braucht man sich nicht über Politikverdrossenheit und die zunehmende Missachtung des Rechtsstaates wundern, denn seine im Ansatz meist gut gemeinten Anweisungen empfinden mehr und mehr Buerger als Willkür, da nicht nachvollziehbar.
Der knallgelbe Radarkasten ist ein Schritt in die richtige Richtung, er ist eine offene Botschaft mit hohem Zeigefinger an den Fahrer „Hier darfst du nur 50“, bitte halte dich dran. Der Buerger, Anwohner und Verkehrteilnehmer, ist im Genehmigungsverfahren mit eingebunden, es gibt klare Regeln wann und wo gelbe Kästen aufgestellt werden und auch wann der Sheriff mal hinters Gebüsch darf. Eines darf er nicht: Geld verdienen wollen. Das Knöllchen darf keine Einnahmequelle sein, sondern nur ein Strafe.
Das Ergebnis ist durchaus positiv: es wird weniger schnell gefahren. Und es wird weniger Strafe gezahlt... aber das war doch nie und nimmer das Ziel der Behörden, oder?
In diesem Zusammenhang findet hier derzeit auch erneut eine ernste Diskussion darüber statt, keine festen Geldbeträge als Strafe zu nutzen, sondern Prozente des Monatsgehaltes. Damit Missachtung der Regeln einen David Beckham ebenso schmerzt wie einer Krankenschwester. 50 Euro oder 50.000 Euro für 20 km/h zuviel, warum nicht!? (Feb/05)
Wenn Hunde reisen
Haben sie jemals daran gedacht ihren Hund mit nach England zu nehmen?Simba ist unser Labrador Retriever, ein sehr gutmütiger Hund. In England auf der Kanalinsel Hayling Island vor 7 Jahren geboren, ist Simba seit seinem 3 Lebensmonat festes Mitglied unserer Familie. Er ist schon viel gereist und lebte für 3 Jahre sogar in Japan.
Ihn aus England nach Japan zu bringen war das Einfachste der Welt, aber ihn 3 Jahre später wieder in sein Heimatland zu kriegen bedurfte guter Planung und viel Geduld. Man sollte die Bürokratie lieben wie seinen Hund. Ich schildere ihnen dies, nicht weil ich etwa davon ausgehe, die meisten Leser von OPINIO lebten in Japan und hätten einen Hund mit nach England zu nehmen, sondern weil die Prozedur die Gleiche ist aus Tokio wie aus Düsseldorf. Sie ist in den letzten Jahren für den Hund angenehmer gemacht worden, aber noch lange nicht richtig vereinfacht.

Grundprinzip der Einreiseregelung nach England ist eine strenge 6 monatige Quarantäne. Sie dient zur Erkennung der Tollwut, oder besser gesagt, der Erkennung von keiner Tollwut beim Tier. Während der Quarantäne wird beobachtet, ob Anzeichen von Tollwut nach einer anfaenglichen Schutzimpfung auftreten. Treten innerhalb der 6 Monate keine Anzeichen auf und der Hund überlebt, greift die Schutzimpfung und man kann davon ausgehen, dass das Tier gesund ist. Erst jetzt darf es frei in England herumlaufen.
Die Quarantäne musste früher in einem Zwinger in England durchgeführt werden, von der grauenvolle Geschichten berichtet wurden, die sicherlich alle nur zur Hälfte wahr sind. Von aus Heimweh sterbenden Hunden wird berichtet, und von Tieren die ihre Herrchen nicht wieder erkannten und bissig geworden sind. Freiwillig sollte man seinem Hund diese Prozedur nicht zumuten.
Wohl Dank des Fifi eines skandinavischen Diplomaten, der vor Jahren seinem Unmut freien Lauf lies, Fifi im Diplomatenkoffer einschleuste und mächtig politischen Druck machte, gibt es heutzutage den englischen Hundepass. Er ist hauptsächlich für englische Hunde gedacht, die mal in den kurzen Urlaub nach Frankreich oder Deutschland mitgenommen werden sollen. Ein Hund, oder besser sein Herrchen oder Frauchen, kann den Pass aber auch im Ausland lebend beantragen und erhalten. Mit einem solchen Pass kam Simba nach England zurück.
Kern des Hundepasses ist auch eine 6 monatige Quarantäne, aber die Zeit kann zuhause im Ausland „abgesessen“ werden. Zuerst muss von einem zugelassenen Arzt eine Schutzimpfung durchgeführt werden, anschließend muss eine Blutprobe nach England zur Kontrolle geschickt werden, und wenn der Hund nach 6 Monaten noch lebt, kann er keine Tollwut haben und darf, wenn er mit einer eindeutigen Identifizierung mittels Mikrochip versehen ist, endlich einreisen. So einfach geht das. Durch diese Prozedur muss man zum Glück nur einmal, denn danach behält der Hundepass, bei nachgewiesenen Auffrischungsimpfungen, seine Gültigkeit.
Wenn sie also planen mit ihrem Hund nach England zu reisen, fangen sie früh an die Pässe zu suchen und informieren sie sich genau.